Nach einer dreieinhalbjährigen Projektlaufzeit fand in der letzten Woche am 11.06.2024 die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts BIMKIT in Köln statt. Das Projekt BIMKIT hatte zum Ziel, Dienste zu entwickeln, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) und Cloud-Technologien eine automatisierte Bestandsmodellierung von Gebäuden ermöglichen. Dies geschieht durch die Auswertung von 2D-Plänen, Dokumenten, Punktwolken und Bildern. Über 160 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und der Bauwirtschaft sowie eTASK nahmen an der BIMKIT Abschlussveranstaltung teil und konnten sich über die entwickelten KI-Dienste informieren.

Projektbeteiligung und -ziele
eTASK war als Konsortialpartner im Projekt BIMKIT beteiligt. In Zusammenarbeit mit den anderen Partnern konnten wertvolle Erfahrungen im Bereich Künstliche Intelligenz für das Facility Management gesammelt werden. Dies betrifft insbesondere die automatisierte Auswertung und Verarbeitung von Servicetickets und Dokumenten (z. B. Rechnungen) sowie die automatisierte Generierung von Bauwerksmodellen als Industry Foundation Classes (IFC) auf Basis von Bestandsplänen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen dazu beitragen, das Thema Künstliche Intelligenz im Facility Management weiter voranzutreiben und unseren Kunden näherzubringen.
Abschlussveranstaltung
Die Abschlussveranstaltung fand unter sanften Tönen von Zügen, die in den Kölner Hauptbahnhof ein- und ausfuhren, und im Schatten des Kölner Doms statt. Ziel der Veranstaltung war es, weiterhin Akzeptanz für die Digitalisierung und Building Information Modeling (BIM) in Wirtschaft und Politik zu gewinnen. Die Veranstaltung gliederte sich in die Teile Vorträge und Podiumsdiskussion & Live-Demonstrationen und Networking.
Vorträge und Podiumsdiskussion:
In diesem Teil wurden die Projektergebnisse vorgestellt und diskutiert. Dr. Thomas Wilk, Regierungspräsident von Köln, betonte die Bedeutung der Nutzung von BIM in der Betriebsphase von Gebäuden, da dort 80 % der Lebenserhaltungskosten entstehen. Prof. Joaquin Diaz von der Technischen Hochschule Mittelhessen sprach über die Notwendigkeit einer durchgängigen digitalen und KI-basierten Arbeitsweise und betonte die Wichtigkeit von Akzeptanz für Digitalisierung und KI, insbesondere in der Ausbildung. Prof. Markus König von der Ruhr-Universität Bochum hob die Chancen hervor, die KI für die Bauwirtschaft bietet, insbesondere im Hinblick auf die Verringerung von CO2-Emissionen.
Live-Demonstrationen und Networking:
Im anderen Teil des Wartesaals konnten die Projektpartner ihre Ergebnisse in Live-Demonstrationen präsentieren. Dies bot den Teilnehmern die Gelegenheit, die entwickelten Dienste direkt auszuprobieren und sich mit den Projektbeteiligten auszutauschen.
Beiträge der Redner zu BIM
Dr. Thomas Wilk (Regierungspräsident Köln) äußerte sein Unverständnis darüber, warum BIM nicht stärker in der Betriebsphase genutzt wird, da dort die meisten Lebenserhaltungskosten eines Gebäudes anfallen. Er betonte, dass BIMKIT ansetzt, um aus alten Plänen digitale Modelle zu erstellen und so die Digitalisierung voranzutreiben.
Prof. Joaquin Diaz (Technische Hochschule Mittelhessen) sprach über die Notwendigkeit einer durchgängigen digitalen und KI-basierten Arbeitsweise und betonte, dass keine Angst vor KI bestehen sollte, da sie uns verbessern kann. Er wies darauf hin, dass Deutschland im Vergleich zu China und den USA in Bezug auf KI weit hinterherhinkt.
Prof. Markus König (Ruhr-Universität Bochum) hobt hervor, dass das Forschungsprojekt BIMKIT gezeigt habe, dass die Kombination von BIM und KI das Potenzial besitzt, die Bauwirtschaft zu revolutionieren. Durch die Automatisierung von Prozessen und die Schaffung digitaler Zwillinge können Bauprojekte effizienter geplant und durchgeführt werden. Wichtig sei dabei die Zusammenarbeit mit Industriepartnern und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Technologien.
In der Podiumsdiskussion wurde die Möglichkeit erörtert, wie KI dazu beitragen kann, CO2-Emissionen in der Bauwirtschaft zu verringern. Das Teilen von Daten, unter Berücksichtigung des Datenschutzes, sei entscheidend, um KI erfolgreich zu nutzen.
Fazit
Das Forschungsprojekt BIMKIT hat wichtige Fortschritte in der automatisierten Bestandsmodellierung von Gebäuden erzielt und gezeigt, wie Künstliche Intelligenz und Cloud-Technologien in der Bauwirtschaft eingesetzt werden können. Die Abschlussveranstaltung war ein bedeutender Schritt, um die Akzeptanz und das Verständnis für Digitalisierung und BIM weiter zu fördern. Mit den gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen wird eTASK seine Produkte im Facility Management weiterentwickeln und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vorantreiben.
Detaillierte Analyse und Betrachtungen
Entwicklung und Implementierung der KI-Dienste: Die Entwicklung der KI-Dienste im Rahmen von BIMKIT war ein zentraler Bestandteil des Projekts. Die Automatisierung von Bestandsmodellierung mittels KI umfasst mehrere technologische Innovationen:
Auswertung von 2D-Plänen und Dokumenten: Hierbei wurden Algorithmen entwickelt, die 2D-Pläne digitalisieren und interpretieren können. Diese Pläne werden oft in Papierform vorgefunden und mussten bislang manuell in digitale Modelle überführt werden. Die KI ermöglicht eine automatisierte und genaue Erkennung von Baustrukturen und Raumanordnungen.
Verarbeitung von Punktwolken: Punktwolken, die durch Laserscanning erzeugt werden, liefern dreidimensionale Informationen über Gebäudegeometrien. Die Herausforderung bestand darin, diese Datenmengen effizient zu verarbeiten und in verwendbare digitale Modelle zu konvertieren. Hierbei kamen fortschrittliche Algorithmen für die Punktwolkenanalyse und -segmentierung zum Einsatz.
Bildanalyse: Die KI-Dienste wurden auch darauf trainiert, aus Bildern relevante Gebäudeeigenschaften abzuleiten. Dies schließt die Erkennung von Materialien, Schäden und strukturellen Besonderheiten ein, die für die Bestandsmodellierung von Bedeutung sind.
Zusammenarbeit und Synergien
Die Kooperation zwischen den Projektpartnern, darunter eTASK, Universitäten und weiteren Industriepartnern, war entscheidend für den Erfolg des Projekts. Diese Zusammenarbeit ermöglichte es, unterschiedliche Expertisen zu bündeln und Synergien zu nutzen:
Wissenschaftliche Expertise: Die beteiligten Hochschulen brachten tiefgehendes Wissen in den Bereichen KI, Bauinformatik und Datenanalyse ein. Dies war fundamental für die Entwicklung der komplexen Algorithmen und Technologien.
Industrieerfahrung: Industriepartner eTASK konnten praktische Anforderungen und Herausforderungen aus dem Facility Management einbringen. Dies stellte sicher, dass die entwickelten Lösungen praxisrelevant und umsetzbar sind.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Im Verlauf des Projekts wurden mehrere Herausforderungen identifiziert und erfolgreich adressiert:
Ein häufiges Problem war die unzureichende Qualität und Verfügbarkeit von Ausgangsdaten. Alte Pläne und Dokumente waren oft unvollständig oder in schlechtem Zustand. Durch den Einsatz von KI konnte jedoch die Datenqualität verbessert und fehlende Informationen rekonstruiert werden. Die Integration der verschiedenen Datenquellen und Formate stellte eine technische Herausforderung dar. Es wurde ein spezielles Datenmanagementsystem entwickelt, das die Interoperabilität zwischen den verschiedenen Formaten sicherstellt und eine nahtlose Integration ermöglicht. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Akzeptanz der neuen Technologien bei den Anwendern. Durch gezielte Schulungen und Demonstrationen wurde das Vertrauen in die KI-gestützten Lösungen gestärkt und die Bereitschaft zur Anwendung gefördert.
Zukunftsperspektiven
Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem BIMKIT-Projekt bieten zahlreiche Perspektiven für die Zukunft:
Die im Projekt entwickelten Technologien bieten eine solide Grundlage für weiterführende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Insbesondere die Verbesserung der Algorithmen und die Erweiterung der Anwendungsbereiche stehen im Fokus zukünftiger Projekte. Ein wichtiger nächster Schritt ist die Verbreitung der entwickelten Lösungen und die Etablierung als Standard in der Bauwirtschaft. Dies erfordert sowohl politische Unterstützung als auch die Zusammenarbeit mit Normierungsgremien. Die Integration der neuen Technologien in bestehende Facility-Management-Systeme wird weiter vorangetrieben. Dies ermöglicht eine nahtlose Nutzung der digitalen Modelle im täglichen Betrieb und trägt zur Effizienzsteigerung bei. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Nutzung der Technologien zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft. Durch die präzisere Planung und den effizienteren Betrieb von Gebäuden können signifikante Einsparungen bei den Ressourcen und Reduktionen der CO2-Emissionen erzielt werden.
Schlussbemerkungen
Das Forschungsprojekt BIMKIT hat gezeigt, dass die Kombination von Künstlicher Intelligenz und Cloud-Technologien eine transformative Wirkung auf die Bauwirtschaft haben kann. Die automatisierte Bestandsmodellierung von Gebäuden eröffnet neue Möglichkeiten für Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen. Die erfolgreiche Abschlussveranstaltung hat deutlich gemacht, dass sowohl das Interesse als auch die Bereitschaft zur Implementierung der neuen Technologien in der Praxis vorhanden sind. Mit den gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen wird eTASK weiterhin an der Spitze der technologischen Entwicklung im Facility Management stehen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vorantreiben.


Wir Danken allen Konsortialpartnern und Assoziierten Partnern für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit. Nähere Informationen zu dem Forschungsprojekt BIMKIT finden Sie auf der Website von BIMKIT.
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