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Bericht über den buildingSMART International Standards Summit in Tokio (Japan)

International Summit in Japan, Tokio

Die internationale buildingSMART Community, bestehend aus Fachleuten der Bau- und Immobilienwirtschaft, fand sich vom 16. bis 19. Oktober 2018 zum International Standards Summit in Tokio ein. Unter ihnen befand sich auch eTASK Geschäftsführer Klaus Aengenvoort, der sich durch seine Branchenarbeit für offene Immobilienstandards einsetzt. Mitgebracht von der Reise hat er unter anderem einen kurzen Bericht über den buildingSMART International Standards Summit:

Zwei mal im Jahr trifft sich die internationale openBIM Community auf dem buildingSMART International Summit. Im Frühjahr in Europa und im Herbst außerhalb von Europa. Nachdem ich nun diverse Summits in Europa besucht habe (Rotterdam, Barcelona, London, Paris – ja, man kommt ganz schön rum) bin ich nun erstmals nach Tokio geflogen.

Ich hatte eigentlich gedacht, dass es reichen sollte, immer im Frühjahr dabei zu sein, bin dann aber doch erstmals nach Asien gereist. In Tokio angekommen, war ich überrascht, wer alles da war (alle!) und ich war froh hingeflogen zu sein.

Wir konnten dort viele Themen besprechen und es war daher wichtig dort zu sein, um an den Entscheidungen mitwirken zu können, die die nächsten sechs Monate bis zum Summit in Düsseldorf prägen werden.

Wie immer war ich oft im Product Room. Das ist der Treffpunkt rund um Produktdaten, aber der Name „Product Room“ führt doch diejenigen etwas in die Irre, die sich nicht mit den Tiefen von IFC beschäftigen. Daher will ich damit beginnen, kurz zu erläutern, wie der Name zustande kommt.

Im Product Room geht es nicht „nur“ um die Modellierung von Informationen zu konkreten Bauprodukten, die man in Bauwerken verbauen kann, sondern insbesondere um die Frage, wie man das IFC-Basisschema effizient dynamisch erweitern kann. Es geht also darum, wie man IFC z.B. um Klassen oder Merkmale erweitern kann, ohne den IFC-Standard dabei zu unterlaufen oder zu verletzen. Letztendlich arbeiten wir daran, wie man IFC kontrolliert erweitern kann.

Neben der Erweiterung von IFC geht es aber auch um die einfachen Dinge, z.B. den Standard in andere Sprachen zu übersetzen (also zu lokalisieren). Ich will damit meinem Bericht beginnen, da ich dieses Jahr eine deutsche Übersetzung im Gepäck hatte, die ich zusammen mit Mirbek Bekboliev und vielen anderen Kolleginnen und Kollegen von buildingSMART Deutschland in den letzten 12 Monaten erarbeitet hatte. Vielleicht haben Sie im Vorfeld die Aufrufe zur Mitarbeit dazu gelesen oder haben sich sogar beteiligt.

Ich habe unsere Übersetzung vorgestellt und einen Vorschlag unterbreitet, wie damit zu verfahren ist. Unser Ziel ist es, dass wir eine schnelle Übernahme der übersetzten und qualitätsgeprüften Texte in IFC erreichen. Dazu müssen die Texte auf zwei Webseitenseiten gleichlautend publiziert werden (http://www.buildingsmart-tech.org und http://bsdd.buildingsmart.org). Uns war wichtig, dass die Publikation möglichst automatisch und sicher funktioniert und dass wir auch zukünftig weitere Inhalte beisteuern können, ohne zu viel Aufwand zu haben.

Der Product Room hat in seiner Abschlusssitzung unseren Vorschlag angenommen (PR 2018-10:03) und nun arbeiten wir daran, ihn in die Praxis umzusetzen. Gut war auch, dass die Chapter in Russland und Spanien derzeit ebenfalls an der Übersetzung von IFC arbeiten. Wir haben entschieden, dass wir den beschlossenen Workflow zum Einbringen von Sprachpaketen zusammen durchführen werden. Wir werden zunächst mit der Sprache „de-DE“ üben und dann können „ru-RU“ und „es-ES“ folgen. Ein kurzer Hinweis zu den Sprachkürzeln: Das erste Kürzel steht immer für die Sprache und das zweite für die Kultur. Das Kürzel „de-DE“ bedeutet also: Sprache=deutsch und Kultur=Deutschland. Die Kolleginnen und Kollegen aus der Schweiz sprechen auch die deutsche Sprache, aber mit der schweizerischen Kultur, die haben also „de-CH“ usw.

Es gab dann noch eine sehr interessante Entwicklung zu der Frage, wie man IFC in Zukunft dynamisch erweitern wird (Wir sprechen dann davon „Wie definieren wir die Semantik?“). Das könnte technisch eigentlich ganz einfach gehen, aber wir wollen und müssen vermeiden, dass jeder Player am Markt seine eigene Erweiterung baut. Anderenfalls bekommen wir mit BIM das Problem, dass wir bei CAD mit den Layern hatten, aber in einer viel größeren Dimension. Der absprachelose Datenaustausch kann nur dann funktionieren, wenn man sich auf „Semantik-Pakete“ einigt, wie wir es ja auch mit CAFM-Connect machen. Es ist schwer, weltweit für Hochbau und Infrastruktur die eine Semantik zu definieren, die dann auch überall im Detail funktioniert. Es ist besser, speziellere „Semantik-Pakete“ festlegen zu können, nur dass diese Pakete auch nicht zu klein sein dürfen, damit man sie nicht je Bauprojekt neu definieren muss.

In Tokio wurde beschlossen, dass das IFC-Basisschema nicht alle neuen Klassen aufnehmen soll, sondern dass in Zukunft viele (aber nicht alle) neue Klassen und Merkmale als Erweiterungen formuliert und publiziert werden. Die Gestaltung dieses Beschlusses läuft bereits.

Ende März 2019 treffen wir uns alle wieder in Düsseldorf. Ich freue mich schon jetzt darauf, die Kollegen aus der ganzen Welt im Rheinland zu treffen und vielleicht dem ein oder anderen auch unser schönes Köln zeigen zu können, falls Zeit bleiben sollte.

Jedenfalls werden wir uns in Düsseldorf eine schöne Zeit machen (ja, das geht auch wenn man aus Köln kommt) und dann werde ich wieder berichten.

Bis dahin alles Gute,

Klaus Aengenvoort

Mehr zum Thema IFC-Übersetzung und Teilnahmemöglichkeit an dem Projekt finden Sie auf der Website von buildingSMART.

 

Von |6. November 2018|News, Promoted|Kommentare deaktiviert für Bericht über den buildingSMART International Standards Summit in Tokio (Japan)

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